Caceres (BRA) – Iguazu – Cachi (25.10. -10.11.2019)

Der brasilianische Zollbeamte empfiehlt uns nach Chapada dos Guimaraes zu fahren. Dieses kleine Städtchen

liegt auf über 800 m, d.h. Es ist nicht mehr „ganz so heiss“ und wir können uns in einem klaren Fluss abkühlen. Wir genießen zwei Tage bevor wir die lange Fahrt in Angriff nehmen. Es sind riesige Distanzen durch endlose Sumpflandschaften, wo die Kühe und Pferde teilweise im Wasser stehen. An den Abenden gönnen wir uns jeweils ein Hotelzimmer mit Klimaanlage und feiner Dusche.

Am 3. Tag erreichen wir Foz do Iguaçu, Brasilien, wo wir je zwei Tage bei idealen Bedingungen auf der brasilianischen und argentinischen Seite verbringen. Die Fälle können wir bei viel besseren Bedingungen sehen wie ein Jahr zuvor. Vor der nächsten langen Fahrtstrecke erholen wir uns einen Tag in einem guten Hotel am Pool. Nach kurzer Fahrt kommen wir in Argentinien in eine Polizeikontrolle. Der junge Beamte will zuerst die Papiere sehen , dann den Versicherungsausweis, den Feuerlöscher und das Pannendreieck. Dann kommt sein älterer Chef hinzu und fragt woher wir kommen – Suiza – aha Suiza – Tennis Roger Federer – Si, Si – und plötzlich war alles kein Problem mehr. Danke Roger Federer.

Über Posadas, Corrientes, Resistencia fahren wir auf der RN 6 quer durch Argentinien Richtung Salta. Das für uns einzige Interessante ist der beeindruckende Paraná Fluss, ansonsten bietet die Landschaft nichts ausser Sumpf und weite Felder.

Auf der Landkarte sehen wir eine Abkürzung Richtung Cafayate über eine Schotterpiste. Die Straße führt durch das grüne Flusstal des Rio Juramento. Wir beabsichtigen frei am Fluss zu übernachten. Schwärme von Black flies (winzige aggressive Stechmücken) nehmen uns die Freude. Nach ungefähr 50 km sehen wir ein Hinweisschild zu einer Estancia etwas in den Bergen, wo es vielleicht weniger Black flies hat. Wir können da mal fragen, ob wir nächtigen können.

Wir treffen einige junge Männer beim Arbeiten. Einer kommt zu unserem Auto und wir sind überrascht, dass er Deutsch spricht. Er und sein Bruder sind in Wien geboren und haben später noch in Wien studiert, Der Vater ist Argentinier und die Mutter Österreicherin. Die Estancia gehört einer Investorengruppe, die sie vor 10 Jahren für US Dollar 5.5 Mio kaufte. Der heutige Wert liegt bei US Dollar 25 Mio.

Estancia La Bodega im Valle del Condor

Bruno und Dario erzählen uns die Geschichte der Estancia. Das Haupthaus (Finca) thront auf einem Hügel, von wo man weite Teile der Estancia überblicken kann. Lange Jahre hatte die Finca keinen Strom. Heute wird Strom mit Solaranlagen produziert und auch das Wasser wird mit Solar hochgepumpt. Neben Weinbau, Viehzucht (500 Kühe, verkaufen nur die Kälber), Tourismus (zwei Monate/Jahr) haben sie vor sieben Jahren ein neues Projekt mit Wallnüssen gestartet. Insgesamt pflanzten sie 15‘000 Wallnussbäume, die in den nächsten Jahren auf dem Weltmarkt einen zusätzlichen Ertrag bringen werden. Für eine rentierende Viehzucht in Argentnien benötigt man eine Farm mit 10’000 (!!!) Rindern. Sie beschäftigen 24 Mitarbeiter und das Land umfasst insgesamt 20 Häuser, die zum Teil über 100 Jahre alt und beinahe am verfallen sind sowie vier indigene Grabstätten. Ziel ist es, die Adobe-Häuser (Lehmziegel) zu renovieren und für den Tourismus herzurichten. Bei einem fertigen Cabana am See können wir unser Auto hinstellen und Strom anschließen. Ebenfalls dürfen wir die Dusche und Toilette benutzen. Das Nachtkonzert der Frösche und das Gehämmer von zwei – drei Spechten die ganze Nacht durch ist ebenfalls gratis.

Wir sind von der Estancia schwer beeindruckt.

Bruno gibt uns noch einige Routentipps und wir sind in einigen Tagen zu einem Konzert im Hotel des Vaters in Chicoana eingeladen. Selbstverständlich sagen wir zu. Vorerst machen wir noch eine mehrtägige kleine Runde durch die eindrücklichen Felsformationen der Quebrada de las Conchas bis Cafayete und über eine Schotterpiste hoch nach Cachi , kleines touristisches Städtchen, sehr nett und gepflegt und auf 2300 müM, auch in der Nacht endlich wieder angenehm zum Schlafen. Durch den NP Los Cardones gehts nach Chicoana.

Am Abend um 19.00 Uhr gehen wir zum Anlass in die Vine-Bar. Wir sind ganze 2 Std zu früh. Nach 22.00 Uhr spielen Jazz-Musiker für die anwesenden Weinliebhaber. Wir kosten einen Wein der auf 2800 m angebaut wird. Ein Gaumenschmaus.

Die nächsten.10-14 Tage werden wir hoch in den Anden (immer über 3600 mūM verbringen und den höchsten argentinischen Pass von über 5000 m befahren.Die Gegend ist sehr einsam aber soll wunderschön sein. Wir freuen uns.

Ein Kommentar

  1. Hallo ihr Zwei Abenteurer, bin beeindruckt von eurer Unternehmungslust und den traumhaften Fotos. Kann man angstfrei reisen? man trifft ja nicht immer auf einen Federer Fan🤔 LG Christine und Gerhard

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