San Pedro de Atacama – Lagunenroute – Salar de Uyuni – Arequipa ( Peru) (8.12. – 23.12.2019)

Von San Petro de Atacama gehts vorerst 32 km oder 2200 Höhenmeter hinauf zur Grenzstation Hito Cajon, Bolivien. Wir haben nicht erwartet, dass dies für

lange Zeit, 4 Tage oder über 500 km, die letzte Asphaltstraße war. Die Pisten auf der Lagunenroute In Bolivien sind sehr schlecht und wir kommen überraschenderweise ohne Reifenschaden durch.

Die atemberaubende Landschaft entschädigt für die schlechten Pisten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei gefühlten 20 km/h und fahren selten mehr als im 2. Gang.

In diesem horrenden Tempo fahren wir zur Laguna Blanca und Verde bis zu den heissen Quellen von Aguada Polques. Im heißen Wasser genießen wir den kälter werdenden Abend auf 4400 müM

Anderntags besuchen wir den auf 4850 müM weltweit höchstgelegenen Geysir Sol de Manana. Fast beängstigend wie es hier zischt, dampft und sprudelt. Weiter gehts auf sehr, sehr holprigen Pisten nordwärts bis zur Laguna Colorada. Dies Lagune mit der durch Mineralien verursachten rötlichen Färbung und sehr vielen Flamingos ist einmalig schön.

Wir fahren beinahe die ganze Lagune ab, bis uns ein motorisierter Polizist freundlich aber bestimmt darauf hinweist, dass wir nicht zu Nahe an die Lagune heranfahren dürfen. Martha‘s: disculpe, disculpe verhindert wohl, dass wir eine Busse kriegen.

Den restlichen Tag verbringen wir wieder auf der Piste. Unser meist verwendete Frage ist: welche Spur sollen wir nehmen, da über dien Altiplano auf einer Breite von rund 500 m diverse Spuren nebeneinander verlaufen. Manchmal haben wir etwas mehr Glück und die gewählte Spur ist etwas weniger schlecht. In Villamar nächtigen wir.

Am 3. Tag der Lagunenroute fahren wir zuerst ins Valle de Rocas (südlicher Teil) und zur Laguna Negra und Misteriosa. Ein idyllischer Platz von einmaliger Schönheit. In vollkommener Harmonie grasen die Lamas auf der grünen Wiese zwischen den Felsen und der Lagune.

Kurz vor dem Dörfchen Alota fahren wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick in einen Canyon. Wir sehen unten eine Straße und finden auf unserem Navi einen Zugang in den Canyon. Die Einfahrt bei der Estancia Capilla Filo führt uns bis zum Ende des Canyons. Dreimal müssen wir den Fluss überqueren, wobei Martha vorerst zu Fuß die Wassertiefe und die Bodenbeschaffenheit überprüfen muss.

Ganz hinten im Canyon kommt ein kleiner Wasserfall (2 m) direkt aus der Felswand. Es ist wie im Paradies. Wir verbringen einen geruhsamen Nachmittag und eine ruhige Nacht.

Über San Juan fahren wir Richtung Salar. Über 40 km gehts auf dem Salar zur bekannten Isla Incahuasi. Die Insel ist der touristische Mittelpunkt im Salar und alle Tourenfahrzeuge fahren dahin. Ein (zumindest für Hans) beschwerlicher Fußweg führt an riesigen Kakteen vorbei zum Aussichtspunkt. Wir schleppen uns gemeinsam hoch und genießen die herrliche Aussicht. Für mich ein Höhepunkt, dass ich das machen konnte. Danke Martha für Deine Hilfe.

Wir stehen einigermaßen windgeschützt am Fuße der Insel und genießen nachdem alle Tourenfahrzeuge weg sind einen stimmungsvollen Sonnenuntergang. Nach den politischen Unruhen in Bolivien sind zurzeit wenige Touristen und nur vereinzelte Overlander da.

Nach einer angenehmen, nicht so kalten Nacht und einem schönen Sonnenaufgang fahren wir 70 km auf dem Salar Richtung Colchani, wo wir wieder Festland unter die Räder bekommen. Nach über 500 km Piste können wir das erste Mal in Bolivien auf Asphalt fahren. Nach rund 5 km an einer Zahlstelle passiert es: ein großer LKW donnert uns von hinten rein. Uns passiert zum Glück nichts, aber das Auto und die Kabine sind beträchtlich beschädigt.

Die Frau von der Zahlstelle will sofort die Polizei rufen während der Fahrer uns anfleht, die Polizei nicht zu rufen, da er sonst seine Bewilligung für das Fahren des Fahrzeuges verliert. Nach 100 x „por favor no policia“ lassen wir uns erweichen und fahren hinter ihm her zu einer Werkstätte. Diese sieht nicht gerade vertrauenswürdig aus.

In diesem Zusamnenhang sei erwähnt,dass man als Ausländer das eigene Auto in Südamerika nicht versichern kann, sonder nur Drittschaden.

Esteban der Mechaniker meint, das er den Schaden in 3 Tagen beheben kann. Aus den südamerikanischen 3 werden 5 Tage. Wir sind positiv überrascht, dass der Unfallverursacher Milton den Schaden anstandslos bezahlt. Kosten für 5 Tage Arbeit und ein neues Rückfahrlicht: EUR 340 ❓

Während unserer Zwangspause lernen wir Bismark in seinem Llama Café, wo wir täglich unseren bolivianischen Café trinken, kennen. Er bringt uns das Verhältnis seines Volkes zu Pachamama (Mutter Erde) näher und hilft uns auch als Dolmetscher in der Werkstätte. Später kommen noch Fatima, war in Deutschland verheiratet, mit ihrem Freund Roby, ein in Bolivien hängengebliebener Engländer, der seit 12 Jahren Motorräder für die Touristen repariert und Motorradtouren durchführt, hinzu. Von ihnen allen lernen wir sehr viel über die bolivianische Kultur. Dies sind die tollen Begegnungen auf unserer Reise.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Reparatur recht gut ausgefallen ist und wir uns freuen, wieder in „unserem Haus“ wohnen zu können. Wir fahren Richtung Norden zum NP Jajama, Bolivien, und NP Lauca, Chile. Beim höchstgelgenen See Chungara auf über 4500 m mit Blick auf den Vulkan Parinacota, 6328 m, verbringen wir hoffentlich die letzte kalte Nacht. Über eine faszinierende Wüstenlandschaft gehts über 4500 Höhenmeter runter zur Pazifikküste und über die Grenze nach Peru.

Weihnachten verbringen wir im Hotel „Casa de Avila, in der weißen Stadt Arequipa. Wir wünschen allen unseren Lieben, Freunden und Bekannten schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins 2020. Ein besonders lieber Gruß geht an Gerhard – gute Besserung und alles Gute.

 

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